Chronik



Eckernförder Sportverein von 1923 e. V.
Fußball/Tischtennis

75 Jahre für den Sport
2. Mai 1923 - 1998

Die Vorsitzenden des Eckernförder SV e. V.:

· 1923 - 1927 Willi Hass
· 1927 - 1930 Erich Wendt
· 1930 - 1940 Georg Blunk
· 1940 Hugo Kuhrt
· 1941 - 1945 Willi Brase
· 1945 - 1947 Albert Bertelsmeyer
· 1947 - 1948 Willi Kock
· 1948 - 1949 Erich Greve
· 1949 - 1950 Jürgen Petersen
· 1950 - 1958 Willi Hass
· 1958 - 1964 Hans Hinz
· 1967 - 1969 Willi Brase
· 1969 - 1980 Karl Wiese
· 1980 - Karl - Erich Heick

Der Vorstand im Jubiläumsjahr 1998

1. Vorsitzender : Karl - Erich Heick
2. Vorsitzender : Manfred Medler
Technischer Leiter : Sven Sell
1. Kassenwart : Günter Horst
2. Kassenwart : Bernd Schikowski
Schriftführer : Manfred Fitzhum
Jugendwart : Bärbel Lietz
TT-Spartenleiter : Hans Gentz



Ältestenrat

Horst Eickstaedt
Werner Gottschalk
Uwe Petersen
Günter Suhr

Ehrenmitglieder

Werner Gottschalk
Bodo Hickstein
Karl Wiese






Aus der Vereinsgeschichte des Eckernförder Sportvereins e.V.

Wenn jemand eine Reise unternimmt, so kann er was erzählen - sagt der Volksmund - und wenn im Leben ein gewisser Abschnitt verflossen ist, erinnert man sich auch gerne an die Zeit und erzählt hierüber.
So soll anläßlich des 75 - jährigen Jubiläums des ESV versucht werden, das Wichtigste und Interessanteste der
Vereinsgeschichte in chronologischer Form festzuhalten. Da es jedoch kein Archiv gibt und sämtliche Unterlagen der
Vorkriegszeit verloren gegangen sind, ist das hier Niedergeschriebene aufgrund von Erinnerungen und einiger weniger Notizen langjähriger Vereinsmitglieder zusammengestellt worden. Anspruch auf Vollständigkeit kann also vom Chronisten nicht verlangt werden, wobei die Ausführung der Zeit von 1923 bis 1973 in Anlehnung an die Festzeitschrift
zum 50 - jährigen Jubiläum übernommen worden.

Am 02. Mai 1923 wurde in Schäfers Gasthaus der ESV ins Leben gerufen.
An diesem Tag wurde in einer außerordentlichen Versammlung die erst 1919 aus dem Fußballclub "Harmonia" hervorgegangene Fußballabteilung des EMTV aufgelöst und die Gründung eines neuen Vereins beschlossen, der den Namen Eckernförder Sportverein von 1923 tragen sollte.
Aus dem Gründungsprotokoll geht hervor, dass 45 Sportfreunde der Versammlung beiwohnten,
u.a. Walter Clausen, Clasen, B. Detlefsen, Davids, Diers, M. Föh, Gosch, Gimm, W. Haß, Johs. Lauritzen, Johs. Lohmeier, Nissen, Petzerling, M. Teichert, W. Brase.

Aus den Wahlen ergab sich folgender Vorstand:

1. Vorsitzender : W. Haß
2. Vorsitzender : Petzerling
Schriftführer : Gimm
1. Kassenwart : Schmidt
2. Kassenwart : Davids
Gerätewart : Nissen
Spielausschußobmann : Gosch
Beisitzer : Diers und Clasen

Bei der Wahl der Spieltracht entschied man sich für weißes Hemd, schwarze Hosen und schwarze Stutzen.
In diesen Farben spielt unser Verein auch heute noch, wobei das "Outfit" dem aktuellen Modebewusstsein ständig angepasst wird.
Die Mitgliedsbeiträge beliefen sich für Erwachsene auf M 500,-, Jugendliche 300,- und Schüler M 100,-.
Man höre und staune, es wurde bereits Eintrittsgeld von M 1000,- erhoben.
Damals war man scheinbar geschäftstüchtiger als heute.
Schäfers Gasthaus wurde Vereinslokal, und gleichzeitig wählten die Mitglieder einen Ausschuss, der die Vorbereitungen für die Gründungsfeier treffen sollte, denn das Feiern ist dem ESV mit in die Wiege gelegt worden, sozusagen als Patengeschenk und auch heute noch verstehen wir es, die Feste zu feiern wie sie fallen.
Im Jahre 1926 wählten die Mitglieder das Hotel "Stadt Kiel" zum neuen Vereinslokal.
Da dem Chronisten für die Zeit bis 1945 aus den bereits erwähnten Gründen kein Material vorliegt, kann auf besondere sportliche Ereignisse leider nicht eingegangen, sondern nur ein kurzer allgemeiner Abriss gegeben werden.
Die Probleme der heutigen Zeit waren aber auch damals schon bekannt und allgegenwärtig, denn auch schon in den ersten Jahren nach der Gründung mangelte es an genügend Mitarbeitern, die sich uneigennützig und ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Hinzu kam die große Arbeitslosigkeit, durch Arbeitsplatzwechsel und damit verbundenen örtlichen Veränderungen verlor der Verein viele talentierte Spieler und langjährige Mitglieder. Diese zu ersetzen war nicht leicht, jedoch wurden die Lücken geschlossen, denn der Spielbetrieb musste weiterlaufen und er lief weiter.
Denn selbstverständlich fanden auch neue Sportfreunde zum ESV, so u.a. 1927 der Ex-Nationalspieler Werner Kuhnt aus Berlin.

Aus dem Vereinsregister in Eckernförde ist ersichtlich, dass der ESV in seiner langjährigen wechselvollen Geschichte am 21. Oktober 1927 zur Besetzung des Postens des Kassenwartes, eine "Außerordentliche" Mitgliederversammlung einberufen musste.
Im Briefkopf Anfang der dreißiger Jahre waren die Sparten Fußball, Leichtathletik sowie Tennis! aufgeführt und 1937 kam sogar noch Handball hinzu.
Die Satzung wurde während dieser Zeit fast jährlich verändert. 1937 setzt sich der Verein zusammen aus: ordentlichen Mitgliedern, unterstützenden Mitgliedern, auswärtigen Mitgliedern, Verkehrsmitgliedern? (was auch immer das zu bedeuten hatte) und Ehrenmitgliedern.

Der Martin-Kruse-Platz

Die Sportplatzfrage stand für den Verein immer an erster Stelle, aber erst 1931 konnte der damalige Vorstand mit dem Bankvorsteher Blunk als 1. Vorsitzenden und dem Landwirt Martin Kruse einen Pachtvertrag für das heutige Gelände am Bystedtredder über eine Fläche von ca. 2 Hektar -ohne den heutigen B- bzw. Trainingsplatz- abschließen.
Der Verein durfte auf dem Areal nur einen Sportplatz mit den hierfür erforderlichen Baulichkeiten errichten.

Mit der geldlichen Hilfe des Arbeitsamtes wurde im sogenannten "Freiwilligen Arbeitsdienst" mit den Areiten begonnen. Kurz vor Fertigstellung flossen die Gelder jedoch nicht mehr. Um die Arbeiten nicht zum Erliegen kommen zu lassen, wurden diese vereinsseitig unter Zahlung eines Entgelds weitergerührt.
Der ESV lud sich hierzu eine erhebliche Schuldenlast von ca. 15.000 Reichsmark auf. Diese Summen konnte nicht verkraftet werden und die Stadt Eckernförde sprang für den Weiterbau ein. Nach schwierigen Verhandlungen, die sich über Jahre erstreckten, trat die Stadt ebenfalls in den Pachtvertrag ein.
Nach Abschluss eines neuen Vertrages wurde die Stadt Eckernförde Eigentümerin, wobei Aufwendungen des Vereins erstattet wurden, damit dieser seine Gläubiger befriedigen konnte. Der ESV erhielt gleichzeitig das vorberechtigte Inanspruchnahmerecht. Seit Januar 1939 lautet die offizielle Bezeichnung des Sportgeländes "Martin-Kruse-Platz".

In dieser Zeit machte die überaus rege Bautätigkeit im Gebiet zwischen Schleswiger Straße und dem Rosseer Weg bzw. Saxtorfer Weg den Bau eines Transformatorenhauses dringend erforderlich. Als Standort wurde eine am Bystedtredder gelegene Ecke des Martin-Kruse-Platzes vorgesehen, weil bei dieser Gelegenheit die für den Sportbetrieb benötigten Umkleide-, Wasch- und Geräteräume mitgebaut werden sollten. Mitte 1940 war auch dieses Bauvorhaben
abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Platz aber bereits als Schafweide benutzt, da der Spielbetrieb stark eingeschränkt war, obwohl mit dem EMTV und der Betriebssportgemeinschaft der TVA das Gelände nutzten.
Bald jedoch schlief der Spielbetrieb -in Folge der Kriegswirren- gänzlich ein und im März 1945 wurde der Platz umgepflügt und als Gartenland zur Verfügung gestellt. 80 Gärten befanden sich auf dem Sportplatz, deren Besitzer sich auf
das ganze Stadtgebiet verteilten.Damit war eine von Höhen und Tiefen gekennzeichnete Epoche des Eckernförder Sportvereins zu Ende gegangen.

Aber auch der Zweite Weltkrieg war endlich beendet. Deutschland hatte total kapituliert.
Zurück blieb ein Chaos, das noch durch den andauernden Flüchtlingsstrom aus dem Osten verstärkt wurde. Jeder musste sehen, wie er den nächsten Tag überstand, wo er schlief und wie er seinen Hunger stillte.
Und trotzdem regten sich überall Kräfte, die für eine neue Ordnung sorgten. Auch in unserem Verein war man bemüht, wieder eine Sportgemeinschaft aufzubauen. Sicherlich haben sich gerade während dieser Zeit viele Sportfreunde um den Verein verdient gemacht und durch ihn persönliches Engagement dazu beigetragen, dass sich die Verhältnisse im Sport ziemlich schnell normalisiert haben. An dieser Stelle soll deshalb ein Sportfreund stellvertretend für alle erwähnt werden,
denn ausschließlich ihm ist es zu verdanken, dass der Verein die Kriegsereignisse unbeschadet überstanden hat und auch heute noch den Namen Eckernförder Sportverein trägt. Schließlich waren nicht wenige Bestrebungen im Gange, die den Verein unter anderem Namen neu gründen wollten. Die Rede ist hier von unserem Ehrenmitglied Willi Brase.

Trotz erheblicher Schwierigkeiten mit der englischen Militärregierung fand dann auch schon Ende 1945 in Kiel ein Spel gegen Comet statt, welches mit 3:1 gewonnen wurde.
Die Tore schossen Rönnau und Kunkel. Es folgten bis Jahresende noch weitere elf Spiele, von denen nur drei verloren gingen und eines unentschieden endete, u. a. gewann man 13:4 gegen TSV Rendsburg, das war gleichzeitig das erste Spiel am 28. Oktober in Eckernförde auf dem Exer. Diese Spiele bestritten die
Sportfreunde: Vick, Mücke, Rönnau, Weidemann, H. Dittrich, Rathje, Langner, Grandt, Pommerenke, W. Dittrich, Seemann, Adolph, Kunkel, Rost und Hartz.
Trainer war der noch heute bekannte Bundesligatrainer Fritz Langener. Vorsitzender war 1945 Albert Bertelsmeyer, der dann bis 1947 von Otto Kauke abgelöst wurde.
Langner verließ aber bereits 1946 den Verein wieder, zwischenzeitlich waren jedoch u. a. Lingnau, E. Krause und Baluses, in dessen Händen auch die Organisation und Betreuung der Fußballer lag, in den ESV eingetreten. Die Mitgliederzahl wuchs auf über 500 an, es spielten 5 Herren- und 8 Jugendmannschaften.
Gleichzeitig wurde eine Handball- und Leichtathletikabteilung aufgebaut, die sich ebenfalls immer größeren Zuspruchs erfreuten und die über Jahre hinaus eine führende Rolle im Kreis einnahmen.
Nun wurde für die Fußballer auch die erste Punktrunde eingeführt, in der die Teilnehmer für die Landesliga ausgespielt werden sollten. Der ESV ging hier als Sieger der Gruppe "Kiel A" hervor, u. a. wurde am 30.06.46 vor 3.000 Zuschauern auf dem Exer Holstein Kiel mit 1:0 durch ein Tor von Herbert Pommerenke geschlagen.
Hiervon sprach man anschließend in ganz Schleswig-Holstein.
Insgesamt wurden 1946 nicht weniger als 56 Spiele ausgetragen, von denen 39 gewonnen wurden, 11 verloren gingen und 6 unentschieden endeten. Im Landespokal konnte die Mannschaft vor 5.000 Zuschauern auf der Waldwiese
gegen VfB Kiel mit 6:0 gewinnen und nach einem 4:2 gegen Friedrichsort nur 4 Tage später ins Endspiel einziehen.
In diesem standen sich der ESV und Holstein gegenüber.
Wiederum auf der Waldwiese sahen 10.000 Zuschauer durch Lorenz und Adolph zwei ESV-Tore, aber letztlich behielt Holstein, die sich durch Basler und Jennewein verstärkt hatten, mit 4:2 die Oberhand.
Schon zu dieser Zeit waren Kilia Kiel, VfB Kiel, Flensburg 08, Heider SV und SV Itzehoe die stärksten Gegner. Spiele gegen Eimsbüttel mit 5:3 und Concordia Hamburg mit 1:6 ragten weiterhin heraus. Dass bereits früher versucht wurde, Spieler unter allen Umständen abzuwerben, mag dieser kleine Artikel vom 24.12.46 verdeutlichen:

Auf der Jagd nach guten Fußballern sollen - nach einer Meldung des "Sport am Sonntag" - betriebsame Vereinsleitungen regelrechte Spielerentführungen inszenieren. Der Hamburger Sportverein soll sich danach ebenfalls am "Spielerklau" betätigt haben. Er schickte eine Abordnung im Auto nach Hannover, wo der Berliner Reinelt mit mehreren anderen Berlinern den Arminen-Surm ausgefüllt hatte. Reinelt wurde eingeladen, ins Auto zu steigen, man schob ihm einige große Geldscheine zu und ab ging es. Die Arminia-Leitung hatte aber Lunte gerochen, jagte hinter dem Auto her und nahm dem HSV den begehrten Rechtsaußen wieder ab.

Das Jahr 1947 brachte vielerlei Entscheidungen. So sollte nach einigem Hin und Her die sogenannte Zonenmeisterschaft unter 16 Mannschaften ausgetragen werden, hierzu gehörten Holstein Kiel, Kilia Kiel, VfB Kiel, VfB und Phönix Lübeck, Itzehoe, Flensburg 08 und Heide. Der ESV galt als einer der Favoriten, musste jedoch noch ein Entscheidungsspiel in Brunsbüttelkoog gegen den dortigen TSV austragen.
Die Presse schrieb hierzu:
...nach den augenblicklichen Leistungen der Eckernförder zu urteilen, hat der ESV große Aussichten, den 16. Vertreter für die Ausscheidungsspiele zu stellen.
Sein Können berechtigt sogar zu der Annahme, dass er bei den Ausscheidungsspielen erfolgreich abschneidet - unter Umständen den zweiten Schleswig-Holsteinischen Vertreter zur Oberliga stellt.
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und so verlor der ESV sein Spiel mit 2:4.
Die Sensation war perfekt, jedoch bereits in den nächsten Freundschaftsspielen bewies die Mannschaft ihre wahre Spielstärke und schlug so ungefähr alles, was ihr an norddeutschen Mannschaften vorgesetzt wurde. Einige Ereignisse ragten besonders heraus, u. a. verlor man auf Carlshöhe vor 4.000 Zuschauern gegen Hamborn 07 mit 1:4.
Hamborn stand damals in der westdeutschen Oberliga an 2. Stelle. Baluses machte bein 1:2 gegen Eimsbüttel sein letztes Spiel für den ESV. Panse und Lingnau spielten noch beim Gegner. VfB Peine schlug man 4:1, TuS Helene Essen kam über ein 1:1 gegen ESV nicht hinaus, Isslacker schoß für Essen den Ausgleich.

Am 26.04.47 bestritt die Schleswig - Holsteinische Landesauswahl ihr erstes Spiel nach dem Krieg und schlug im Berliner Poststadion die Berliner Auswahl vor 20.000 Zuschauern mit 3:2. Der Eckernförder Gustav Lorenz spielte die zweite Halbzeit und köpfte sogar das wichtiges Tor zum 3:1. Vorsitzender war bis 1948 Willi Kock, ca. 800 Mitglieder hielten zum ESV. Trainer war Ede Krause. Sogar eine Boxabteilung wurde gegründet, die sich jedoch schon einige Monate später
selbstständig machte.
Im Oktober startete dann endlich die Punktrunde der Landesliga. Wider besseres Wissen waren drei Staffeln gebildet worden, wobei der ESV in der Nordstaffel spielte.
Nach einer großartigen Serie, die schwach begann, wurde der ESV mit 27:9 Punkten und 53:22 Toren vor Flensburg 08, die vier Punkte zurück lag, Meister der Landesliga Nord.
Vorsitzender war inzwischen bis 1949 Erich Grewe. und das Training lag in Händen von Walter Risse, Hamburg.
Am 04.04.48 begann dann die Aufstiegsrunde zur norddeutschen Oberliga mit einem 2:5 gegen SV Itzehoe, in dessen Mannschaft nun die ehemaligen Eckernförder Baluses und Lingnau spielten.
Zum besseren Verständnis sei hier der Sport - Sonderdienst der "KN" vom 02.05.48 zitiert:

Walter Risse - Hamburg - trainiert den ESV +++Kilia Kiel zum Rückspiel in der Fischerstadt+++Fortuna diesmal auf Seiten des ESV?
In und um Eckernförde konzentriert sich das Interesse am Sonntag auf das Ausscheidungsspiel um den Aufstieg zur norddeutschen Fußball - Oberliga zwischen dem ESV und Kilia Kiel,das nach dem knappen 3:2 -Erfolg der Kieler im Hinspiel einen unerhört spannenden und dramatischen Verlauf nehmen sollte und wieder eine Rekord-Zuschauermenge aufweisen wird.Der ESV, der in weiten Kreisen als leistungsmäßig stärkste Elf dieser Runde angesprochen wird, ist in den bisherigen Spielen mehr als vom Pech verfolgt worden. Adolph, Krause und Thiele verletzt und kampfunfähig, ohne dass dadurch allerdings die Kampfmoral der Elf wesentlich beeinträchtigt wurde. Zweifellos entsprangen die Niederlagen gegen Kilia 2:3 und ISV 1:2 recht unglücklichen Umständen und nicht etwa dem tatsächlichen Können. Man hofft nun, die Pechsträhne überwunden zu haben und vertraut nun auf die Glücksgöttin "Fortuna", deren Gunst sich zumindest einmal
auch dem ESV zuwenden muss.
Die Aufstellung: Schwerdtfeger, Weidemann, Mücke, Rathje, Ede Krause, H. Dittrich, W. Dittrich, Brammer, Kunkel, Lorenz, Mielkau. Also noch ohne Thiele, W. Krause und Adolph. Die Mannschaft des ESV weist eine Reihe klangvoller Namen auf. Trainer seit kurzem der Alt-Internationale Walter Risse vom HSV.
Nebenbei sei nur erwähnt, dass dieses Spiel gegen Kilia mit 3:2 gewonnen wurde. Die Kieler hatten sich damit die letzte Chance verspielt. Aufsteiger war damit der Itzehoer SV.

Besonderes Ereignis neben den sportlichen Erfolgen in diesem Jahr war eine Reise nach Peine (4:3) und Helmstedt (3:3). Zu Hause wurde gegen Tura Essen und gegen eine Essener Stadtauswahl jeweils mit 0:3 verloren. Die Punktserie 1948/1949 brachte dann die erhoffte eingleisige Landesliga. Für den ESV verlief dieses Jahr ebenfalls sehr erfolgreich, denn es konnte immerhin erneut ein Platz in dieser Spitzengruppe belegt werden. Das Training leitete Sepp Kretschmann,
anschließend Gustav Lorenz. 1949/1950 war der Sportfreund Jonny Petersen Vorsitzender des Vereins. Die Liga setzte sich u. a. aus folgenden Spielern zusammen:
Thiele, W.Krause, Weidemann, Nowak, Schwerdtfeger, E.Krause, Hansen, Rathje, Pommerenke, Adolph, Brammer, Lorenz, Marten, Mielkau, Oldach, Acke, Bork.

Pfingsten 1949 startete man eine Fahrt ins Sauerland. In Niederschelden wurde 2:2 und in Lünescheid 2:0 gespielt. Altona 93 kehrte mit einer 1:5 -Niederlage aus Eckernförde wieder nach Hause zurück. Höhepunkt des Jahres war jedoch die Platzeinweihung des Bystedtredders am 20.06.49. Gegner war VfB Kiel und das Spiel endete freundschaftlich 1:1 unentschieden. Bereits 1949 wurde unter großem Einsatz aller Mitglieder und Funktionäre mit den Arbeiten auf dem Platz
begonnen, der nun dem ESV nach zähen Verhandlungen wieder zur Verfügung gestellt worden war. Damit hatte auch der ESV wieder seine "Bleibe" gefunden.
Herbert Panse war inzwischen Übungsleiter, während der Mitbegründer des ESV, Willy Haß, von 1958 - 59 das Amt des Vorsitzenden inne hatte.
Wie im Vorhjahr reiste auch 1950 eine Mannschaft in den Westen, um ein umfangreiches Programm an Freundschaftsspielen zu absolvieren:

17.05: 0:2 gegen VfB Weidenau
18.05: 1:4 gegen Bonner FV
20.05: 1:3 gegen VfB Gießen
21.05: 1:2 gegen Eintracht Wetzlar

In Eckernförde schlug man eine Auswahl des Kreises gleich mit 10:0 und zeigte damit deutlich den Abstand zu den Nachbarvereinen. Spiele gegen Harburger TB 1:1, Bonner FV 3:3, Weidenau 1:3 standen außerdem auf dem Programm. Erwin Seeler reiste mit seiner Viktoria aus Hamburg an und gewann 4:2.
Gegen Flagg Malmö wurde als erste schwedische Mannschaft mit 5:4 gewonnen und neue Kontakte wurden geknüpft, die so kurz nach dem Krieg, noch äußerst selten waren. Zeigen die Ergebnisse noch die große Spielstärke des ESV, so war aber nicht zu übersehen, dass inzwischen ein neuer Abschnitt begonnen hatte, denn viele Spieler blieben im sogenannten "Goldenen Westen", der wesentlich bessere berufliche Möglichkeiten bieten konnte (Schwerdtfeger,
Brammer, E.Krause, Dylong, Modi und Teichert waren nur einige hiervon).
Auch hatten sich in Eckernförde andere Vereine gegründet. Die Mitgliederzahl ging auf 450 zurück. Lediglich das Zuschauerinteresse hielt unvermindert an. Unter 1000 Anhängern kamen nie zum Bystedtredder gepilgert, um ihren ESV kämpfen und siegen zu sehen. Im Mai 1951 wurden dann auch die ersten Verbindungen ins schwedische Hässleholm aufgenommen, die bis in unsere heutige Zeit reichen, denn letztlich beruht auch die Patenschaft zwischen den beiden Städten auf den Kontakten, die die Sportler des ESV ermöglichten. Spielte IFK Hässleholm noch am
27.05 auf dem Bystedtredder und verlor mit 2:3, so reiste unsere Mannschaft anschließend mit nach Schweden und spielte gegen

IFK Hassleholm am 01.06. 3:1
IF Tomelilla am 02.06. 2:2
Flagg Malmö am 03.06. 4:2.

Eine Woche später gewann die Liga in Bergedorf vor 3.000 Zuschauern mit 3:2, verlor einen Tag später jedoch gegen Rasensport Hamburg mit 4:6. Alles in allem eine reiselustige Gesellschaft. Im Rahmen des Aschberg-Festes gewann der ESV ein Spiel über zwei mal 20 Minuten gegen EMTV vor 7.000 Zuschauern mit 3:1.
Das Rückgrat der Mannschaft bildeten:
Hachenberger, W.Krause, Weidemann, Hansen, Rathje, W.Dittrich, Hein Dittrich, Ho. Dittrich, Bork, Adolph, G. Timm, Thiel, Lorenz, Simon, Christiansen, Pommerenke, zeitweilig auch noch Ruhm, Oldach, Rehse, Leuchter, Hesse und Otto.
Trainer für 2 Jahre war Heine.

Die Jahre 1952 und 53 sahen den ESV noch in der Spitzengruppe der Landesliga.
Besonders herausragende Freundschaftsspiele gab es jedoch nicht mehr.
Lediglich im Pokal wurden noch Gegner außerhalb unseres Landesverbandes angetroffen, durch Erreichen der ersten Hauptrunde auf DFB-Ebene verlor man am 25.05.52 in Hamburg gegen DUWO 08 mit 1:4. Auch 1953 - als Gustav Lorenz das Training übernahm - kam die Liga so weit, verlor aber auf Carlshöhe mit 0:6 gegen die komplette Oberligamannschaft von Göttingen 05, die sich mit ihrem Trainer Rebell in ausgezeichneter Verfassung vorstellte. Von den Punktspielen ragte
die Begegnung gegen den Itzehoer SV vor 2.500 Zuschauern heraus, die mit 2:1 siegreich gestaltet wurde.
Diese Partie übertrug sogar der Norddeutsche Rundfunk.
Die bis heute noch höchste Niederlage überhaupt gab es am 16.08.53 gegen den Heider SV mit 1:12.
Dabei schoss G. Suhr noch ganz ungeniert die 1:0 -Führung für den ESV.

Im Laufe der Serie 53/54 deutete sich bereits ein starker Leistungsabfall an. So konnte die Klasse nur erhalten werden über ein Entscheidungsspiel gegen Kilia Kiel in Malente, das zwar 1:3 am 09.05.54 verloren ging, aber am "Grünen Tisch" bestimmte man, dass der ESV als 18. Verein in der Landesliga bleiben konnte.
Das Training lag inzwischen in Händen von Alfred Adolph, der folgende Spieler zur Verfügung hatte:
Hachenberger, Bruch, Hesse, Suhr, Thiel, Dittrich, Krause, Christiansen, Wiese, Timm, Modi, Mahlke, Glagla, Deutschmann, Hansen, Rathje, Sperling und Otto.

Wurde in der folgenden Saison nur noch ein guter Mittelplatz belegt, war der Abstieg 55/56 nicht mehr zu verhindern. Zwar begann die Serie mit einem
großartigen 10:2 anläßlich der Platzeinweihung des IF Eckernförde, aber in den Punktspielen kam dann das Debakel. Inzwischen standen auch Spieler wie
Schmidt, Gebr. Petersen, H. Timm, W. Meyer und Bock in der Mannschaft. Mit dem Abstieg aus der höchsten norddeutschen Amateurliga ging eine ruhmreiche
und mit vielen Höhepunkten gekennzeichnete Periode abrupt zu Ende, in der der Name des Eckernförder SV bis weit über die Landesgrenen hinaus bekannt war. Gleichzeitig gab es damit auch keine der beliebten Vergleichskämpfe mehr. Fuhr die Liga zu einem Punktspiel, so trugen auch die unteren Mannschaften und vor allen Dingen auch die Jugendmannschaften Freundschaftsspiele gegeneinander aus. Sogar die Handballer und Leichtathleten nahmen hieran teil und es war keine Seltenheit wenn der ESV mit mehr als zehn Mannschaften nach Heide, Itzehoe oder Flensburg fuhr. Heute ist so etwas undenkbar.
Sicherlich wollte und konnte es zunächst keiner wahrhaben, daß der Abstieg Wirklichkeit war, aber wie bei vielen anderen Vereinen vor und nach uns sind
natürlich auch hier Fehler gemacht worden, die letztlich hierzu führten.Gewiß, der enorme Aufschwung nach dem Kriege durch den Zustrom an Flüchtlingen,
unter denen sich teilweise begnadete Fußballer befanden, wurde überproportional begünstigt, trotzdem darf nicht vergessen werden, daß gerade durch die
guten Leistungen der Liga auch die anderen - insbesondere die Jugendmannschaften - profitieren.
Die Jugendmannschaften - profitierten.
Die Jugendabteilung war im Kreis ohne Konkurrenz, so stand die Jungmann im Jahr 1953 im Endspiel um die Landesmeisterschaft. Gegen Itzehoe wurde mit
folgender Mannschaft in Malente mit 1:3 verloren:
Bruch, V. Möller, D. Brase, W. Meyer, Nithardt, Löbbert, G. Teichert, Suhr, Soiky, G. Modi.
Trainer dieser erfolgreichen Mannschaft war der Ligaspieler Fritz Hansen.
Guter, ja sogar sehr guter Nachwuchs war vorhanden, jedoch verstand man es nicht, die Spieler mit Geduld an die kommenden Aufgaben heranzuführen.
So blieb es nicht aus, daß talentierte Nachwuchsspieler den ESV verließen und sich in anderen Vereinen einen großen Namen machten.
Unter diesen "Sünden" hatte der Verein jahrelang zu leiden und es bedurfte erheblicher Anstrengungen, um wieder einen vernünftigen Unterbau zu schaffen.
Heute wissen wir alle, dass nur eine intensive und konstruktive Jugendarbeit den Erfolg von morgen garantiert.
Den Eckernförder Zuschauern wurde nun für eine Reihe von Jahren nur magere Fußballkost geboten. Zwar versuchte die Mannschaft den sofortigen Wiederaufstieg, aber als das nicht gelang, vollzog sich ein natürlicher Umbruch in der Mannschaft. Viele ältere Spieler hörten auf, andere verließen den Verein. Die Mitgliederzahl sank auf 350.Trotzdem blieb man im Kreis ohne Konkurrenz. 1957 reiste eine Mannschaft nach Bützow. Es war eine der erlebnisreichsten Fahrten. Ein Jahr später spielte der ESV erneut in Schweden.
Hans Hinz übernahm 1958 bis 1964 den Vorsitz.
Eine Vielzahl von Spielern und Funktionären brachten den ESV über die langjährigen Durststrecke hinweg. Sie alle hier aufzuführen, würden den Rahmen dieser Ausführungen sprengen. Trainer während dieser Zeit waren, u. a. Broschinski, Hansen, Glagla, W. Krause und Weitze.
Erst im Laufe der sechziger Jahre formierte sich wieder eine starke Mannschaft, die sich zum großen Teil aus Spielern des eigenen Nachwuchses zusammensetzte. Erwähnenswerte Freundschaftsspiele gab es nicht. Lediglich gegen die Orts- und Kreisnachbarn spielte man. Die Altherrenmannschaft - schon immer eine der aktivsten im Verein - hatte 1962, mit Düsseldorf 99, einen großen Gegner zu Gast. Seit vielen Jahren waren wieder 800 Zuschauer zum Bystedtredder
gekommen und sie wurden nicht enttäuscht. In einem hinreißenden Spiel, das 2:2 endete, sahen die Zuschauer noch einmal die Klasse vergangener Tage.
Von 1964 bis 1967 führte wieder Willy Haß den Verein. Und endlich - 1964/65 gelang der Liga-Mannschaft ein schöner Erfolg. Endlich sprach man in Sportlerkreisen wieder vom ESV, denn in der Förde-Staffel belegte die Mannschaft zum Abschluss der Serie den 2. Platz, der an den Aufstiegsspielen zur Landesliga berechtigte.
Nun stiegen auch wieder die Zuschauerzahlen sprunghaft an. Zum ersten Aufstiegsspiel gegen den großen Favoriten TSV Schlutup kamen wieder 1.500 Fußballanhänger zum Bystedtredder, eine Zahl, die an bessere Zeiten erinnerte. Sie sahen einen großartigen 2:1 - Sieg des ESV. In Glückstadt gegen die dortige Fortuna folgte ein 1:1 und keiner glaubte daran, dass dieser verschenkte Punkt tatsächlich einmal fehlen sollte. Das nächste Auswärtsspiel in Schleswig
gegen VfR wurde Dank der Unterstützung von 500 Schlachtenbummlern mit 2:1 gewonnen. Viele sahen den ESV wieder in der Landesliga.
1.000 Zuschauer sahen das 5:1 gegen Glückstadt im Rückspiel.
Der TSV Schlutrup gewann das alles entscheidende zweite Spiel gegen uns jedoch mit 3:1. Die schönsten Träume waren damit ausgeträumt und das letzte 2:1gegen VfR Schleswig war unbedeutend. Trotzdem kann rückblickend gesagt werden, dass die Mannschaft in diesem Jahr durchaus mit den großartigen Leistungen der früheren Zeit verglichen werden konnte.
Sicherlich ist sie eine der stärksten Mannschaften gewesen, die sich je im ESV aus Spielern des eigenen Nachwuchses zusammensetzte.
Mit 9:3 Punkten lag der ESV nur einen Punkt hinter Schlutup auf dem undankbaren 2. Platz, während in der anderen Gruppe Polizei Kiel mit 7:5 Punkten in die Landesliga aufstieg.
Die schönen Leistungen der Liga brachten dem Verein doch einen gewissen Aufschwung. Anteil hatten hieran die Sportfreunde Kassel, Warner, Schüler, Eggers, Koepsell, Föh, Baumann, Meyer, A.Palenczat, M. Block, Kl. Palenczat, Lahann, Ballauf, S. Block, Kollatschni und Jeß.
Trainer "Kusche" Krause verstand es, aus den Spielern eine optimale Leistung herauszuholen.
Am 21.07.65 machte die international bekannte Mannschaft von Grashoppers Zürich mit Trainer Albert Sing Station in Eckernförde. Ein schnell arrangiertes Freundschaftsspiel ging mit 0:7 recht glimpflich verloren. 1966/67 übernahm Hans Jöhnk das Training. Überhaupt brachte diese Serie wiederum einen neuen Abschnitt im Vereinsleben. Auf der Hauptversammlung im März 1967 trat der gesamte Vorstand zurück. Die dem Verein teilweise jahrzehntelang zur
Verfügung stehenden Funktionäre wollten nun jüngeren Mitgliedern das Zepter in die Hand geben.
Der Dank des Vereins war und ist den Sportfreunden Willy Haß, Max Teichert und Walter Clausen gewiss.
Sie schrieben viele Kapitel der Vereinsgeschichte des ESV und prägten ein Bild von unserem Verein, das auch heute noch gültig ist und zeichneten dafür verantwortlich, dass der Name ESV einen guten Klang in der großen Gemeinde der Sportler besitzt.
Dieser Wechsel in der Vereinsführung fand große Beachtung. Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender : Willi Brase
2. Vorsitzender : Heinrich Kortum
Schriftführer : Reinhardt Eckardt
1. Kassenwart : Edwin Thiel
2. Kassenwart : Werner Gottschalk
Technischer Leiter : Klaus Noth
Spielausschußobmann : Karl-E. Heick
Jugendwart : Günter Elbin
TT-Spartenleiter : Bodo Hickstein

Bereits nach acht Tagen "Amtszeit" trennte man sich von "Laula" Jöhnk und verpflichtete Horst Wilhelm als Trainer.
Vier Sonntage vor Schluss der Serie eine unpopuläre Maßnahme, aber die erforderlichen sieben Punkte wurden erkämpft und damit erneut die Teilnahme zur Aufstiegsrunde.
Zwar reichte es nur zu 1:11 Punkten, aber folgende Spieler zeigten, dass es beim ESV weiterhin aufwärts ging:
Kassel, Kollatschni, Woltmann, Warner, Eggers, Koepsel, H. Kundrun, Störmer, Meyer, Schüler, Föh, Ströh, Mrotz, Lahann, Jahn, Steingräber, Engelbrecht, Voland, Wehr, K. Palenczat, Kl. Palenczat, H. Timm und Ballauf. Folgende Spieler kamen hinzu und trugen dazu bei, dass zum Abschluss der Serie 1967/68 der ESV sich einen Platz in der neu geschaffenen Verbandsliga Nord - als zweite Amateurliga - erkämpft hatte:
N. Kundrun, Petersen, P. Kruse (Torhüter), P. Kruse (Läufer), Köhler-Franke und Parschau.

Dank der Vorarbeit des "alten" Vorstandes konnte am 27.07.68 die dritte Spielfläche am Bystedtredder - Martin-Kruse-Platz - umfasst damit heute eine Fläche von insgesamt 37.000 Quadratmetern, die dem ESV in Erbpacht praktisch als Eigentum zur Verfügung stehen- eingeweiht werden. Zwar bringt es erhebliche Arbeit mit sich, die Anlage zu erhalten und zu verbessern, aber Dank der Mithilfe und Eigeninitiative unserer Mitglieder verfügt der ESV über ein wahres Schmuckkästchen.
Die Serie 1968/69 brachte einen regelrechten "Trainerverschleiß".
Die Liga geriet nämlich ziemlich schnell in Abstiegsgefahr in der neuen Klasse. So trennte man sich von Wilhelm und es übernahm der bisherige Jugendtrainer Karl-Heinz Gabbert das Amt des Übungsleiters. Als jedoch keine Besserung eintrat und der Abstieg kaum noch zu vermeiden war, wurde Otto Pannier für das letzte Vierteljahr verpflichtet und nun kam der erhoffte Aufschwung, die Mannschaft konnte tatsächlich noch den Kopf aus der Schlinge ziehen und die Klasse halten. Für die kommende Serie wurde dann "Atze" Bornemann verpflichtet. Ein Freundschaftsspiel gegen Holstein Kiel ging auf dem Bystedtredder vor 1.000 Zuschauern nur knapp mit 1:3 verloren. Torwart Staack machte das erste Spiel. Einen Sonntag vorher war unser jahrelang überragender Mittelfeldspieler Gerd Meyer im Spiel gegen die hessische Mannschaft aus Burgsolms verabschiedet worden. Trainer dieser Mannschaft war der frühere Ligaspieler Gerh. Thiele. In dieser Serie, in der auch "Kalle" Warner die Schuhe an den Nagel hängte, wurde der vierte Platz belegt.
1969 übernahm Karl Wiese den Vorsitz. Erstmals unternahm die erste Mannschaft wieder eine größere Reise und zwar nach Berlin.

Von 1970 bis 1972 leitete erneut Otto Pannier das Training, aber der erhoffte Erfolg blieb während dieser zwei Jahre aus. Die Mannschaft kämpfte jedesmal erbittert gegen den Abstieg, wenngleich auch zum Saisonende jeweils noch ein guter Mittelplatz erreicht wurde.Die Gründe für diese Misserfolge lagen sicherlich bei allen Beteiligten, wobei aber auch keinem der gute Wille abgesprochen werden konnte. Trotzdem gab es auch einige schöne Erfolge. So gewann der ESV als
erste und bisher einzige Eckernförder Mannschaft das seit vielen Jahren ausgetragene Bäder-Turnier im Endspiel am 02.08.70 gegen Friedrichsort.
Im Januar 1971 verließ uns aus beruflichen Gründen der Mannschaftsführer Uwe Eggers, der nicht nur als großes Vorbild galt, sondern auch bei allen anderen Vereinen wegen seiner sportlichen Einstellung geschätzt war. 1971 ging die Reise in den Harz, während 1972 die Liga auf den Spurten der Alten Herren wandelte und in Niederschelden aufkreuzte. Denn schließlich bürgerten sich die Mannschaftsfahrten zum Abschluss einer Serie in unserem Verein wieder ein und sind
inzwischen fast wieder Tradition geworden. Für das Jubiläumsjahr 1973 hatte der Vorstand den in Eckernförde nicht unbekannte Harald Büll als Trainer engagiert. Lange Zeit sah es so aus, als wenn in diesem Jahr sogar der Sprung in die Landesliga wieder geschafft werden könnte. Immerhin lag die Mannschaft lange Wochen an 2. Stelle, aber dann gingen einige Heimspiele gegen sogenannte leichte Gegner verloren und der Anschluss war verpasst.
Folgende Spieler standen in der laufenden Serie für die erste Mannschaft zur Verfügung.
Staack, Rathje, N. Kundrun, H. Kundrun, Sacht, Mrotz, Steingräber, Karsch, Luthge, Litzenroth, Kluge, Voland, Palenczat, Prussas, Scherer, Jahn, Arp, Schulz,
Boller, Ströh, Betreuer: Willi Lorenzen.

Nachdem sich in den letzten Jahren die Mitgliederzahlen erfreulicherweise ziemlich konstant gehalten hatten, entsprachen die Umkleideräume (u. a. immer noch in der alte "Baracke") und der Sanitärbereich nicht mehr den aktuellen Standards und Erfordernissen. Also machte sich der Vorstand mit großem Elan an die Planung und Durchführung eines neuen Bauvorhabens. Und endlich - nach der Grundsteinlegung im August 1971- erfolgte im Juli 1972 die denkwürdige
Einweihung des neuen Sportheimes. Erbaut auf einem Teilgelände des "kleinen" Platzes am Bystedtredder. Unter dem unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten - über die Hälfte der erforderlichen Arbeiten wurden in Eigenleistungen erbracht - entstand in nur elfmonatiger Bauzeit für die damaligen Verhältnisse ein wahres Schmuckstück.
Allen anderen voran hat sich bei diesem Projekt der damalige 2. Vorsitzende Werner Gottschalk verdient gemacht. Ohne seinen Elan und seine Begeisterung, die sich entsprechend auf andere Vereinsmitglieder übertrug, wäre dieser Neubau in der Form nicht zu realisieren gewesen.
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des ESV, selbstverständlich auch für den Vorstand mit:

1. Vorsitzender : Karl Wiese
2. Vorsitzender : Werner Gottschalk
1. Kassenwart : Edwin Thiel
2. Kassenwart : Robert Becker
Technischer Leiter : Karl - E. Heick
Jugendwart : Karl- Heinz Renner
Schriftwart : Holger Hamann
Spartenleiter TT-Abteilung : Bodo Hickstein

sowie als Beisitzer für besondere Aufgaben Uwe Rohlfs.

Höhepunkt des Jahres 1973 war zweifellos das 50-jährige Vereinsjubiläum.
Am 02.05. der offizielle Empfang vormittags im Vereinsheim mit den Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Sport und vielen Vereinsmitgliedern, abends das sportliche Top - Ereignis mit dem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC St. Pauli, der sich
kurz vorher als Meister der Regionalliga - Nord für die Bundesliga - Aufstiegsrunde qualifiziert hatte.
Die Mannschaft von Trainer "Kaschi" Mühlhausen trat in fast stärkster Aufstellung an (u. a. mit Höfert, Bonnert, Hußner, Gerber). Das Ergebnis von 0:6 vor 2.500 begeisterten Zuschauern war sicherlich zweitrangig,
denn es war unserem Verein gelungen, nach langer Zeit "den Hauch der großen Fußballwelt" nach Eckernförde zu bringen, wie später die Presse berichtete.
Anschließend saßen beide Mannschaften noch stundenlang zusammen. Wenige Tage später erhielt der ESV von damaligen Präsidenten Schacht ein Dankschreiben für die freundliche Aufnahme und die netten Stunden in Eckernförde. Eine Geste, die in der heutigen Zeit kaum denkbar ist. Bundesligavereine nutzen die Ausflüge in die "Provinz" nicht zur Imagepflege, sondern ausschließlich zur Aufbesserung der Vereinskasse, wobei das finanzielle Risiko in der Regel dem
kleinen Verein aufgebürdet wird. Mit einem großen Festball in der Stadthalle klang eine ereignisreiche Festwoche aus.
Mit dem Aufwind aus dem Jubiläum sollte der Aufstieg in die höchste Amateurklasse in der Serie 1973/74 in Angriff genommen werden. Zwar wurde die Herbstmeisterschaft errungen, die guten Leistungen aber nicht bis Saisonende konserviert, so belegte die Mannschaften nur den 4. Tabellenplatz.
Aufgrund der Ölkrise wurden im Winterhalbjahr alle Spiele am Sonnabend ausgetragen (Sonntagsfahrverbot).
Neben Hartmut Prussas, der mit 23 Treffern Torschützenkönig wurde, spielten u. a.:
Schröder, H. Kundrun, Wodi, Mrotz, Steingräber, Ströh, Karsch, Sacht, Kluge, Litzenroth, Jahn, Voland, Michelsen.
Der Saisonausklang erfolgte mit einer gemeinsamen Fahrt zum ehemaligen ESVer Erich Leckband nach Stuttgart - Vaihingen.
Nach dem erneuten Nicht-Aufstieg verließ uns Trainer Büll und mit ihm die Gettorfer Schröder und Kluge.

Mit Beginn der Serie 74/75 wurde Manfred Medler als Spielertrainer verpflichtet, der vorher viele Jahre bei Holstein Kiel in der Regionalliga spielte und verletzungsbedingt zurück zum EMTV kam und nun zu den "Schwarz-Weißen" wechselte - nicht nur von guten Wünschen begleitet. Aber wie wir wissen, begann jetzt die "Ära Manni Medler" beim ESV und das bis zum heutigen Tage.
Vorher für viele kaum denkbar - heute selbstverständlich.
Im August konnte man sich wieder in die Siegerliste der Bäderturnierer eintragen und die Punktspielserie endete mit dem 3. Platz - der bisher besten Platzierung.1974 feierten der ESV und der EMTV erstmalig gemeinsam ein Faschingsfest in der Stadthalle. Über Jahre blieben diese Feste ein gesellschaftliches Ereignis in Eckernförde, leider wurde im Laufe der Zeit die Beteiligung immer geringer, so dass der Ball aufgegeben wurde - zum Bedauern
der Veranstalter. Heute feiert der EMTV in seinem Kreis Fasching und der ESV in seinem Kreis das Oktoberfest.
Die Flutlichtanlage auf dem heutigen B-Platz wurde im Dezember 1975 installiert. Der Trainingsbetrieb konnte in den Wintermonaten damit erheblich verbessert werden - Ein weiterer Schritt zum Ausbau des Sportgeländes.
Die "Erleuchtung" reichte nicht ganz, Platz 4 die Ausbeute mit den Spielern: de Riese, Mrotz, Karsch, Steingräber, Ströh, W. Koch, Medler, W. Haß, Lietzenroth, U. Köp, Prussas, Thorbek, Jahn.

Die Zuschauerzahlen hatten sich in der Verbandsliga in den letzten Jahren bei ca. 350 eingependelt, im Gegensatz zu anderen Vereinen eine gute Resonanz.
Sobald die Leistung stimmte hatte der ESV noch immer sein Publikum, um das er teilweise beneidet wird. Dafür musste nicht nur früher, sondern auch heute etwas getan werden und Leistungswille und -bereitschaft vorhanden sein.

Im August 1976 wurde mit dem Freundschaftsspiel ESV - BSC Brunsbüttel das "Station am Wulfsteert" eingeweiht. Es gab eine peinliche 1:5 - Niederlage gegen den Landesliga-Absteiger.
Dafür lief es in den Punktspielen um so besser, mit 22:8 Punkten erreichte die Mannschaft erneut die Herbstmeisterschaft. Vor über 1.000 Zuschauern spielte man am 12.12.76 auf dem Martin-Kruse-Platz 2:2 unentschieden gegen Blau-Weiß Friedrichstadt. Der Tag war ein besonderer.
Wir zitieren aus der Eckernförder Zeitung:

"Bürgermeister Kurt Schulz und Mitglieder des Magistrats konnten sich davon überzeugen, dass die von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelder für den weiteren Ausbau des Martin-Kruse-Platzes gut angelegt worden sind. Für ca. DM 65.000,- - davon DM 25.000,- Eigenleistungen - wurde die Spielfläche des alten Platzes von Grund auf saniert. Eine neue Dränage wurde verlegt, die Grasnarbe völlig erneuert, Stehtraversen rund um den Platz angelegt, ebenso ein
Geländer (gleichzeitig als Wasserleitung) und teilweise mussten neue Maschendrahtzäune gesetzt werden. Ein asphaltierter Weg führt nun vom Eingangstor bis zum hinteren B-Platz. Das Stadtoberhaupt war sichtlich beeindruckt."

Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen wurde auch die "alte Baracke" abgerissen. So manches spontane Fest nach Spiel oder Training wurde hier gefeiert.
Skatturniere im Winter mit Wolldecken eingehüllten Spielern und klammen Fingern, die kaum die Karten halten konnten, sind den älteren Spielern bestimmt noch in Erinnerung. Zu Weihnachten wurde auf dem Kanonenofen Pförtchen gebacken. Auf dem alten Fundament wurde aus Fertigteilen anschließend das jetzige Bürogebäude errichtet.
Weit über 1.000 Arbeitsstunden wurden von unseren Vereinsmitgliedern erbracht, um dieses gesamte Vorhaben zu verwirklichen.
Damit präsentierte sich die Sportanlage am Bystedtredder in seiner Gesamtheit als Prunkstück. Sportlich lief es weiterhin optimal. Im März 1977 gastierte wieder ein schwedisches Team am Bystedtredder. Gegen den Zweitdivisionär Grimsas IF gelang ein 2:0 Achtungserfolg unter Flutlicht.
Der Punktspielalltag brachte unsere Mannschaft jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Nach drei unnötigen 0:1 Niederlagen belegte sie zum Abschluss der Saison wieder nur den 3. Tabellenplatz mit 40:20 Punkten. Eine überregionale Zeitung schrieb hierzu:

"Es fällt jetzt schon auf, dass der ESV in der Endphase die entscheidenden Spiele verliert und kein Stehvermögen beweist."

Wenig tröstlich war der 2. Platz im Fair-Play-Wettbewerb.
1977 trat einer der prominentesten deutschen und internationalen Sportmediziner, der langjährige Mannschaftsarzt der deutschen Fußballnationalmannschaft, Prof. Dr. Hannes Schoberth, in den ESV ein. Als Leiter der Ostseeklinik Damp 2000 hatte es ihn in den hohen Norden verschlagen. Gleichzeitig stellte er sich als ehrenamtlicher Vereinsarzt zur Verfügung. Die optimale medizinische Betreuung hat sicherlich zu den anschließenden sportlichen Erfolgen nicht unwesentlich beigetragen, denn Arzt oder Masseur war zu dieser Zeit in diesen Amateurklassen noch keine Selbstverständlichkeit.

Einige Monate später hielt Prof. Schoberth im bis auf den letzten Platz ausgebuchten Lindenhof einen Vortrag über Sportmedizin und präsentierte hierzu den Masseur der Nationalmannschaft Erich Deuser. Zwei Berühmtheiten, die mit der großen Fußballwelt auf "Du und Du" standen, hielten ihre Zuhörer über zwei Stunden im Bann.
Im Verlauf von zehn Jahren Verbandsliga gab es nur zwei Vereine, die bisher weder auf- noch abgestiegen waren - ESV und der Heikendorfer SV. Nun sollte in der Spielzeit 77/78 der große Wurf endlich gelingen.
Nach Ablauf der Hinrunde hatte die Tabelle folgendes Bild:

Olympia NMS 22:8 Pkt.
ESV 21:9 Pkt.
TSV Kronshagen 21:9 Pkt.
Raisdorfer TSV 20:10 Pkt.
Husum 18 19:11 Pkt.

Die Mannschaft um Spielertrainer Manni Medler schlug sich auch im Pokal prächtig. Erstmalig wurde das Endspiel auf Bezirksebene erreicht, dessen Sieger auf DFB-Ebene weiter spielen durfte. Der Tabellenvierte der Amateuroberliga und hohe Favorit Holstein Kiel war der Gegner. Die EZ schrieb anschließend:

"2.000 begeisterte Zuschauer auf dem Bystedtredder, die Kieler Störche hatten viel Mühe beim 2:1 über den ESV...
...Larry Nielson schoss das Ausgleichstor / Medler hatte Pech mit einem Lattenschuss."

Der Trainer der Kieler, Gerd Koll, bescheinigte dem ESV Landesliga-Reife und war so beeindruckt, dass er versprach, zu einem Freundschaftsspiel wieder nach Eckernförde zu kommen.
Aber zunächst ging es weiter um Punkte. Und nach vielen vergeblichen Anläufen, sah die Abschlusstabelle so aus:



ESV 44:16 Pkt. 60:19 Tore
Husum 18 42:18 Pkt. 62:32 Tore
Olympia NMS 39:21 Pkt.
Holsatia Kiel 38:22 Pkt.
Raisdorfer TSV 37:23 Pkt.


Der ESV hatte (endlich) sein Meisterstück gemacht und Meister der Verbandsliga Nord.
Nicht nur der Verein, sondern ganz Eckernförde war im Freudentaumel, dass der ESV nach 22 Jahren wieder in der höchsten Amateurklasse Schleswig - Holsteins spielte. Im letzten Saisonspiel gelang durch Tore von J. Thede und G. Wodi in Bordesholm ein 2:0 Sieg.
In Eckernförde wurde die Mannschaft in einem wahren Triumphzug vom Bystedtredder zum Festplatz der Borbyer Gilde geleitet. Hier überbrachte sogar Bürgermeister Kurt Schulz seine Glückwünsche. Eine Woche später erfolgte ein offizieller Empfang im Rathaus durch den Bürgermeister, den Bürgervorsteher und Magistrat. Die Presse kommentierte:

"Der Eckernförder SV ist ein würdiger Meister. Mehrfach haben die Eckernförder versucht, den Titel zu gewinnen und den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen - jetzt haben sie es erreicht. Diesen Erfolg haben sie sicherlich ihrem Spielertrainer Medler zu verdanken, der bedeutenden Anteil am Aufstieg hat.
Mit dem ESV stellt sich bei 19 Gegentoren zugleich die stärkste Abwehr der Staffel vor."

Zu dieser Mannschaft gehörten:
De Riese, Jahn, Karsch, Steingräber, Litzenroth, Wodi, Ströh, W.Morr, Bünning, Nielson, Prussas, medler, J. Thede, Wöhlk, Blenckner, W. Koch.
Mit Beginn der Serie 78/79 wurde die Landesliga in Verbandsliga und die bisherige Verbandsliga in Landesliga umbenannt, man glich sich in Schleswig - Holstein damit den anderen Fußballverbänden an. Zum ersten Heimspiel gegen den TSV Westerland fanden 849 zahlende Zuschauer den Weg zum Bystedtredder und sahen ein 2:2 Unentschieden. Im weiteren Verlauf der Serie wurde unsere Mannschaft mehrfach als spielstärkster Aufsteiger der letzten
Jahre bezeichnet, die mit N. Bünning nur einen Spieler abgeben musste, dagegen standen die Neuzugänge M. Todsen, W. Haß und Dr. Albertsen.

Erneut wurde das Bezirkspokal-Endspiel erreicht, mit ersatzgeschwächter Mannschaft wurde in Neumünster 0:1 gegen Union verloren.
Die erste Landesliga-Saison endete mit einem 7. Tabellenplatz mit 32:28 Punkten und 56:54 Toren.
Der Zuschauerschnitt lag bei 650.
Aufgrund der Schneekatastrophe in Schleswig - Holstein wurden vom 23.12.78 bis zum 18.03.79 keine Punktespiele ausgetragen.
Dass im Allgemeinen nach einem Aufstieg gerade das zweite Jahr zum "Problemjahr" wird, diese Erfahrung machte auch unsere Mannschaft. Die Presse schrieb nach einigen desolaten Vorstellungen:
"Der Schwung ist dahin, die Mannschaft hat ihren Schrecken für die Gegner nun endgültig verloren"
Vielleicht brachte die sportliche Wende das Spiel gegen den Zweitligisten Holstein Kiel, das lediglich mit 3:4 verloren ging, denn letztlich sprang noch ein guter 10. Platz mit 29:31 Punkten und 38:47 Toren heraus.
Eine bessere Tordifferenz verhinderten insgesamt sechs verschossene Elfmeter.
Folgende Spieler bildeten den Spieler-Kader der Saison:

De Riese, Wachtel, Wodi, Steingräber, Haß, Karsch, H. Dohrn, Litzenroth, Thorbeck, Ströh, Medler, Hansen, Prussas, Todsen, Dr. Albertsen, Koch, Schramm,
Bünning, Mielke.

Im Januar 1980 löste Karl-Erich Heick den langjährigen 1. Vorsitzenden Karl Wiese im Amt ab.
Zu Beginn der Saison 1980/81 stellte sich in der Vorbereitungszeit erneut der Zweitligist Holstein Kiel mit Trainer Gerd Prokop am Bystedtredder vor. Maßgeblichen Anteil am gerechten 1:1 - Ergebnis vor 1.500 Zuschauern hatten auch die "Neuen" Gunnar Peetz, Peter Thede und Rainer Langusch.
Im Anschluss an dieses Spiel erteilte Holstein dem 21-jährigen Jürgen Kuzniaki - ehemals Jugend-Nationalspieler bei Schalke 04, und zur damaligen Zeit bei der Bundeswehr in Eckernförde - die Freigabe für den ESV. Trotzdem reichte es in einer an Höhepunkten armen Saison nur zum 9. Rang mit 27:33 Punkten und 50:59 Toren.
Zusätzlich bahnte sich ein Umbruch innerhalb der Mannschaft an. Dr. Albertsen, H.-P. Hansen, J. Kuzniaki und R. Langusch verließen den Vereinund Horst Ströh sowie Gernot Steingräber beendeten ihre langjährige Laufbahn für den ESV. Gleichzeitig schied der langjährige Betreuer Holger Kundrun aus. Die Zeichen standen also auf Neubeginn, zur 1. Mannschaft kamen Kai Wussow, die Gebrüder Diener und Uwe Wintjen. Und dennoch, mit einigen spektakulären Ergebnissen sorgte man für Schlagzeilen, so schlug man den amtierenden Landesmeister Eutin 08 gleich mit 6:1!!!, Oberliga-Absteiger Itzehoer SV mit 2:0, ebenso den Heider SV mit 1:0 und den VfR Neumünster mit 2:1. Anschließend wurde Platz 9 belegt mit 30:30 Punkten und 43:48 Toren. Mit 18:12 Punkten stellte der ESV die stärkste Auswärts-Mannschaft der Verbandsliga und im Fair-Play-Wettbewerb den 2. Sieger.
Fast zehn Jahre nach der Einweihung des Jugendheimes wurde im April 1982 der Erweiterungsbau offiziell seiner Bestimmung übergeben. Über 40 Vereinsmitglieder hatten bei fast hundertprozentiger Eigenleistung in knapp halbjähriger Bauzeit den Anbau errichtet. So wurde der weiter gestiegenen Mitgliederzahl Rechnung getragen.
Mit Hilfe der öffentlichen Hand und den Sportverbänden und nicht zuletzt durch den beispiellosen Einsatz vieler Vereinsmitglieder wurden so in den letzten 15 Jahren in die Anlage am Bystedtredder ca. 750.000,- DM investiert, um somit optimale Voraussetzungen zu schaffen, um den schönen Fußballsport auszuüben und der gesellschaftspolitischen Aufgabe des Vereins - insbesondere der Jugend gegenüber - gerecht zu werden.
Der ESV kann mit Recht auf die von seinen Mitgliedern uneigennützig erbrachten Leistungen stolz sein.

Mit Beginn der Serie 1982/83 beendeten die Leistungsträger Peter Litzenroth und Werner Karsch ihre Laufbahn, verletzungsbedingte Ausfälle vom 1. Spieltag an ließen erahnen: "Das wird eine schwere Saison."
Der erste Sieg erst im 7. Spiel, zwar mit 7:1 gegen den Eichholzer SV, es reichte aber nicht.
Mit einer 1:5 -Niederlage am letzten Spieltag bei Strand 08 belegte der ESV mit 18:42 Punkten und 35:62 Toren den 15. Tabellenplatz und war damit wieder abgestiegen.
5 Jahre in der höchsten Amateurklasse des Landes Schleswig - Holstein, in denen die Mannschaften für viele positive Schlagzeilen sorgte und den ESV in der Fußballszene wieder ins Gespräch brachte - auch wenn es zum Schluss wegen drei Punkten nicht reichte. Es spielten in diesem Jahr:

Wussow, Gerlach, Medler, Thede, E. Haß, Riecken, W. Haß (beendete aktive Laufbahn), Leckband, Wodi, Bünning, M. Bleckner, Wintjen, Peetz, Schramm, Prussas, Neitzel, Schaly, Engel.

Unter Trainer Manni Medler hatte sich der ESV in den letzten Jahren zu einer erfolgreichen Pokalmannschaft entwickelt. In diesem weniger erfolgreichen Jahr stand die Liga erneut im Bezirkspokal-Endspiel. Gegner erneut die übermächtige KSV Holstein Kiel, die vor knapp 1.000 Zuschauern mit 4:2 die Oberhand behielt.
Es war das Jahr des 60-jährigen Bestehens des ESV.

Im ersten Jahr nach dem Abstieg setzte sich der Spielerkader wie folgt zusammen:
O. Gerlach, de Riese, P. Thede, E. Haß, G. Wodi, D. Ruhfus, St. Mackeprang, H. Neitzel, M. Bleckner, A. Riecken, N. Bünning, G. Peetz, U. Leckband, A. Engel, R. Mielke, U. Schramm, H. Prussas, M. Medler.

Im Juli wurde die Mannschaft des SV Hummelsbüttel mit den Ex-Bundesligaspielern Georg Volkert und Peter Hidien nach Eckernförde verpflichtet und gewann mit 5:2 Toren.
Die Punkspiele verliefen bis zur Herbstrunde optimal, man lieferte sich mit Kilia Kiel einen spannenden Zweikampf, aber unser Team blieb am Ende aufgrund der immer dünner werdenden Spielerdecke (viele Verletzte) auf der Strecke. Platz 5 mit 34:26 Punkten und 59:45 Tore. Kein sofortiger Wiederaufstieg.
Dafür wurde die Elf Sieger im Fair-Play-Wettbewerb und Törjäger Hartmut Prussas mit 23 Toren Torschützenkönig der Landesliga Nord.
Wieder wurde das Bezirkspokal-Endspiel erreicht. Gegner war der zwei Klassen tiefer spielende TSV Osterrönfeld, der sensationell so weit gekommen war.
Als nach regulärer Spielzeit und anschließender Verlängerung beim Stand von 2:2 das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste, brachte unsere Mannschaft das wohl einmalige Kunststück fertig, nicht einen Elfer zu verwandeln und schied somit aus. Die größte Chance der Vereinsgeschichte, sich weiter zu qualifizieren, war vertan.

Es folgen wieder eine Reihe von Jahren mit magerer Fußballkost, lediglich außerhalb der Pflichtspiele wurden teilweise beachtliche Ergebnisse erzielt. 1984/85, als Th. Deutsch, J. Rathke, H. Reimer, St. Bott und Jan-Matthis Dohrn zum Ligakader stießen, wurde lediglich Platz 9 der Tabelle belegt, obwohl man zum Saisonstart gegen den Hamburger Verbandsliga-Meister SC Meiendorf eine vertretbare 3:6 - Niederlage einsteckte und im Bezirkspokal-Halbfinale erneut gegen KSV Holstein Kiel nur mit 2:3 die Segel streichen musste.
Im nächsten Jahr verstärkte sich der Kader mit Kai und Uwe Hamann, Wolfgang Radtke vom Gettorfer SC sowie Uwe Kühl und Jens Schwendicke.
Trotzdem gab es fast den "Big-Bang". Nach einer 1:4 - Heimniederlage gegen den Heikendorfer SV trug unsere Mannschaft die "Rote Laterne" der Landesliga-Nord.

Erst ein Kraftakt in den letzten 5 Spielen brachte noch 7:3 Punkte und damit den 13. Platz mit insgesamt 25:35 Punkten, nur einen Zähler vor den Absteigern SV Friedrichsort und Heikendorf. Das war noch einmal gut gegangen. Der drohende Abstieg hatte schon auf der Jahreshauptversammlung für Zündstoff und in der Heimat-Presse für reichhaltige Diskussionen und Leserbriefe gesorgt. Natürlich wurde neben dem Trainer auch der Vorstand massiv angegriffen und die
Vereinspolitik des ESV insgesamt in Frage gestellt sowie die Mannschaft bereits abgeschrieben. Erfreulicherweise kam es anders. Mit Beginn der Saison 86/87 stieß Dirk Jöhnk zum ESV. Einige spektakuläre Heimsiege sorgten für positive Schlagzeilen. Gegen Gut-Heil-Neumünster wurde mit 8:2, SV Ellerbek mit 8:1 und den TSV Kappeln mit 5:1 gewonnen. Bei Beendigung der Hinrunde träumten wir bei 21: 9 Punkten schon wieder von der Verbandsliga, am Ende hieß es Platz 7
und 33:27 Punkte. Verabschiedet wurden aus dem Ligakader nach 624 Punktspielen Hartmut Prussas und nach 515 Punktspielen Gerd Wodi.

1987/88 präsentierte sich die erste Mannschaft in folgender Zusammensetzung: K. Wussow, O. Gerlach, G. Peetz, h. Reimer, H. Seemann, J. Schwendicke,
D. Jöhnk, M. Ramthun, U. clausen, U. Wintjen, M. Medler, J.-M. Dohrn, U. Leckband, K. Petersen, U. Schramm, P. Thede.

Das fast schon traditionelle Bezirkspokal-Spiel gegen Holstein Kiel endete 1:2, Eutin 08 gastierte mit den Ex-Bundesligaspielern Bebensee und Feilzer auf dem Bystedtredder und gewann 2:1. Seit vielen Jahren erstmalig wieder ein Derby gegen den VfR Eckernförde, das 2:1 für unsere Liga ausging.
In der Winterpause konnte die zum zweiten Mal ausgespielte Kreishallen-Meisterschaft des KFV Rendsburg-Eckernförde gewonnen werden.
In einer von Höhen und Tiefen geprägten Serie belegte der ESV wiederum Platz 7. Sportlicher Höhepunkt Ende Juni das Freundschaftsspiel vor wiederum über 1.000 Zuschauern gegen den Bundesliga-Aufsteiger 1. FC St. Pauli, das Ergebnis von 1:4 war zweitrangig. Für uns war wichtig, dass der ESV aufgrund jahrelang gepflegter Kontakte ein Bundesliga-Team in Eckernförde präsentieren konnte.
Das herausragende Ereignis war die Verabschiedung von "Manni Medler" nach 13 Jahren als Spielertrainer am 29.05.88 im Heimspiel gegen Gut-Heil-Neumünster.
Zukünftig wollte er die Geschicke der Mannschaft nur noch von der Bank aus leiten. Dieses war der Eckernförder Zeitung ein Foto auf der Titelseite wert, als der 1. Vorsitzende K.-E. Heick den obligatorischen Blumenstrauß überreichte.

Das folgende Jahr brachte wieder mehr Negatives als Positives im sportlichen Bereich. Nach 13 Spielen ohne doppelten Punktgewinn und stark dezimierter Spielerdecke, musste "Manni" Medler die Schuhe wieder schnüren, um der Mannschaft auf dem Platz wieder den nötigen Rückhalt zu geben, so dass nach erheblichen Leistungssteigerungen doch noch ein versöhnlicher Platz 7 mit 28:32 Punkten erreicht wurde. Aufgrund der zwischenzeitlich schlechten Platzierung
der Liga ging es auch auf der Hauptversammlung erneut recht turbulent zu. Die Presse titulierte ihren Bericht hierzu mit der Schlagzeile:

"ESV-Aushängeschild ist stark verwittert."

Im Text hieß es weiter:

"...1. Vorsitzender Heick kündigt Grundsatzdiskussion im Vorstand über Vereinspolitik an und zeigte somit zumindest Reformbereitschaft des Vorstandes an."

Die Saison 1989/90 brachte dann einen erheblichen Umbruch. Peter Thede und Henning Seemann beendeten die Laufbahn. Jörg Stegemann, H.-H. Reimer, Michael Wölki und
Uwe Leckband verließen den Verein. Dem gegenüber standen die Zugängen Töns Dohrn, Christian Verner, Stefan Lahann, Markus Reitz, Klaus-Peter Schiemann aus dem eigenen Nachwuchs, sowie Kai Petersen, Bernd Christen, Thorsten Möller, Matthias Behrens, Michael Otremba und Jörg Gottschalk aus benachbarten Vereinen dem gegenüber.
Mit den routinierten Ottmar Gerlach,
Dirk Jöhnk, Stefan Mackeprang, Uwe Wintjen, Jens Schwendicke, Martin Ramthun, Uwe Schramm, Gunar Peetz, Jan-Mattis Dohrn, Carsten Sell und Uli Clausen sollte nun mit einer gesunden Mischung aus jungen und älteren Spielern ein Neubeginn starten. Nach einem furiosen Punktspielstart wurde die Mannschaft - getragen von der Euphorie dieser unerwarteten Erfolgswelle - im Dezember Herbstmeister und setzte diese Leistung auch in der Halle
fort. Zum zweiten Mal wird die Kreishallenmeisterschaft gewonnen. Aber, oh weh, der alte Schlendrian riss wieder ein und die Mannschaft verspielte nach teilweise desolaten Vorstellungen ihr Punktepolster. Da kommt der "Hammer". "Manni" Medler erklärt bei Nicht-Aufstieg seinen Rücktritt. Vorstand und Mannschaft sind total geschockt.
Sollte hierdurch noch einmal ein letzter "Kick" aus den Spielern gekitzelt werden?
Die letzten 6 Spiele ohne Niederlage brachten mit 41:19 Punkten und 61:27 Toren die Meisterschaft und den Aufstieg, den 300 mitgereisten Eckernförder Fans auf dem Auberg in der Wik mit südländischer Begeisterung feierten, als Töns Dohrn, Uwe Schramm und Jan-Mattis Dohrn den 3:0 - Sieg sichergestellt hatten.

Zum Ligakader stießen Uwe Petersen, Michael Zuleger, Andreas Hinrichs, Andreas Radis, G. Wolf und Arne Petersen, das Abenteuer Verbandsliga 1990/91 konnte beginnen.

Und wie es begann, eine Verletzungsmisere ohne Gleichen suchte unsere Spielern heim. Dirk Jöhnk, Torwart Ottmar Gerlach, Uwe Schramm, Uwe Wintjen, Jan-Mattis Dohrn, absolute Leistungsträger, schieden teilweise nicht für Wochen, sondern für Monate aus.

Die ersten 15 Spiele konnte dementsprechend, kein einziges Mal die Mannschaft auflaufen, die den Aufstieg errungen hatte. 3:27 Punkte waren die magere Ausbeute, doch keiner konnte und wollte den Spielern einen Vorwurf machen.


Eine überregionale Sportzeigung schrieb zur Situation beim ESV:

"Eckernförde im Sommer, strahlender Sonnenschein, gefeiert wird die Verbandsliga-Rückkehr nach sieben Jahren, endlich ist es geschafft. Eckernförde im Herbst, Tristesse ist angesagt, Frust bei Trainer und Mannschaft, das Selbstvertrauen ist dahin. Wir haben den Abstieg 1983 überwunden und werden es im Falle des Falles auch diesmal schaffen, beteuert Vorsitzender Karl-Erich Heick, der Prototyp des soliden Wirtschafters. ...es muß also Unvorhergesehenes den Eckernfördern übel mitgespielt haben. Serienbeginn verletzte sich der Stamm-Libero Dirk Jöhnk - Jochbeinbruch - Torhüter Ottmar Gerlach folgte bald darauf mit gleicher Gesichtsverletzung, dann
erwischte es die Verbandsliga erfahrenen Uwe Schramm, Uwe Wintjen und Stürmer Jan-Mattis Dohrn, dem der Durchbruch im Schleswig-Holsteinischen Fußball-Oberhaus auf Anhieb zugetraut wurde. ...bemerkenswert und sympathisch zugleich, Ruhe bleibt erste Bürgerpflicht. Wo andere Panik verbreiten oder gleich die Brocken
hinwerfen würden, geht man in Eckernöfrde den geraden Weg. Hier jagt nicht eine Krisensitzung die andere. Kassandra hat in Eckernförde Hausverbot."

Die Kreishallenmeisterschaft wurden zum dritten Mal gewonnen und mit neuem Elan ging es in die Rückrunde, die respektable 14:16 Punkte brachte, trotzdem war der Abstieg mit 17:43 Toren nicht zu vermeiden. Jedoch hat sich die Mannschaft ehrenvoll aus der Klasse verabschiedet und gezeigt, dass zu einem großen
Teil die Verkettung unglücklicher Umstände letztlich hierzu führte. Nach Abschluss der Serie beendete "Manni" Medler seine Tätigkeit als Trainer beim ESV.
Lassen wir den Bericht aus der Eckernförder Zeitung vom 18.05.91 für sich sprechen:

Wenn heute gegen 16.45 Uhr das Spiel zwischen dem Eckernförder SV und dem VfB Lübeck abgepfiffen w
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