Gründe für eingeschränkte Berichterstattung liegen auf dem Tisch

"Schuld" ist der TSV Kropp

"Schuld" ist also der TSV Kropp und seine Fans...

Nachstehend die Argumentation der sh:z-Sportredaktion auf eine Anfrage im Originaltext:
"Schuld" ist also der TSV Kropp und seine Fans...

Es ist gut, wenn Leser sich mit Ihrer Kritik an uns richten. Eine offene Kommunikation ist wichtig und deshalb möchte ich Ihnen gerne möglichst ausführlich erläutern, warum Sie manche Spielberichte in der Zeitung finden, andere wiederum nicht.  
 
Wir fragen uns täglich, mit welchen Themen wir möglichst viele Menschen erreichen. Als Lokalreporter ist das der eigene Antrieb, auch aus unternehmerischer Sicht müssen wir natürlich so denken.
 
Um nach Jahrzehnten, in denen Themen nach Gespür ausgewählt wurden, Anhaltspunkte zu bekommen, was die Leser interessiert, haben wir mit dem renommierten Institut Die Mehrwertmacher unsere Printprodukte scannen lassen. Das läuft so ab, dass ca. 100 Leser drei Monate lang jeden Tag mit einem digitalen Stift die Zeitung lesen und uns so Rückmeldung geben, welche Beiträge auf welcher Seite sie wie weit gelesen haben und welche Beiträge sie gar nicht beachtet haben. Außerdem können wir die Reichweite unserer Inhalte im Internet auswerten.
 
Und nun zum Ergebnis: Wenige Leser interessieren sich für Spielberichterstattung im Lokalsport. Das mag Ihnen als sportinteressierte Person anders vorkommen. Aber es ist nicht nur bei einer Zeitung so. Wir haben in den vergangenen Monaten vier Lesewertdurchläufe erlebt – sie alle liefern in Bezug auf den Lokalsport dieselben Ergebnisse. Und das betrifft auch andere Medienhäuser. Die Mehrwertmacher sind bundesweit unterwegs – die Ergebnisse sind nahezu deckungsgleich.
 
Wenn wir also mit unseren Sportinhalten – und ja, wir finden Lokalsport weiterhin wichtig – Erfolg haben wollen (müssen als Unternehmen), dann müssen wir die Art und Weise unserer Berichterstattung den Gegebenheiten anpassen. Wir müssen also auf die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen schauen, die kostenlosen Mitbewerber im Internet im Blick haben – und dann unsere Schlüsse ziehen. Und wir schaffen es eben nicht, über jedes Spiel von jedem Verein aus der Region zu berichten. Und, wie wir durch Lesewert und unsere täglichen Reportings wissen, will das auch der Leser nicht. Wir versuchen also Geschichten mehr Zeit einzuräumen, von denen wir uns mehr Erfolg versprechen. Damit Sie das richtig einordnen: Erfolg bedeutet, dass viele Leser diesen Inhalt nutzen.
 
Wir nehmen die Rückmeldung der Leser (es sind vor allem in Vereinen engagierte Fußballer) wahr. Im Zuge des Prozesses bewerten wir immer wieder, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wo wir Kompromisse eingehen können. Was wir ggf. anpassen müssen. Darin fließt auch Ihre Rückmeldung ein.
 
Ich hoffe, ich habe mit dieser Mail ein bisschen Klarheit schaffen können. Ob es am Ende zu Verständnis oder auch einem anderen Blick führt, kann ich mir nur wünschen. In jedem Fall seien Sie aber versichert, dass wir derartige Entscheidungen nicht leichtfertig treffen – sondern nur gut begründet.
 
Um Ihnen die Problematik zu verdeutlichen, habe ich einmal wahllos einige der letzten Berichte über den TSV Kropp rausgesucht und geschaut, wie wenige Menschen diese online erreicht haben (das lässt Rückschlüsse auf den Print zu): 
 

https://www.shz.de/sport/lokalsport-schleswig-holstein-nord/artikel/landesliga-tsv-kropp-verliert-gegen-tsv-nordmark-satrup-43240059

78 Nutzer

https://www.shz.de/sport/lokalsport-schleswig-holstein-nord/artikel/fussball-landesliga-tsv-kropp-schlaegt-schleswig-if-43294603

58 Nutzer

https://www.shz.de/sport/lokalsport-schleswig-holstein-nord/artikel/fussball-landesliga-tsv-kropp-gewinnt-beim-bsc-brunsbuettel-43338468

49 Nutzer

 

Beste Grüße

Jannik Schappert

--
Leitung sh:z-Sportredaktion
0461/8085420

Aber kann es sein, dass sich die Sportredaktion in ihrer Antwort selbst widerspricht? Knapp 100 User, die sich die Berichterstattung des TSV Kropp ansehen, reichen nicht aus, um eine Berichterstattung in der bisherigen Form fortzuführen. Knapp 100 Teilnehmer, bei derartigen Aussagen weiß jeder, der sich mit Studien befasst, dass die Zahl wesentlich geringer anzusiedeln ist, reichen aus, um eine Entscheidung gegen Berichterstattungen zu begründen. Es kommt halt immer auf die Sichtweise an...
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