
Der Eckernförder SV trauert um 𝗠𝗮𝗻𝗳𝗿𝗲𝗱 „𝗠𝗮𝗻𝗻𝗶“ 𝗠𝗲𝗱𝗹𝗲𝗿.
Mit ihm verliert unser Verein weit mehr als einen ehemaligen Spieler, Trainer und Funktionär. Wir verlieren einen Menschen, der den Eckernförder SV über mehr als ein halbes Jahrhundert geprägt, getragen und verkörpert hat wie kaum ein anderer. Für Generationen von Fußballern, Vereinsmitgliedern und Weggefährten war er schlicht „Manni“. Weit über Eckernförde hinaus kannte man unseren Ehrenvorsitzenden als „𝗠𝗶𝘀𝘁𝗲𝗿 𝗘𝗦𝗩“.
Fußball war sein Leben. Auf dem Platz, an der Seitenlinie, im Vereinsheim und überall dort, wo helfende Hände gebraucht wurden. Ein Leben ohne Fußball war für Manni vielleicht möglich – aber nur schwer vorstellbar. Und Fußball ohne Manni war am Bystedtredder über Jahrzehnte ebenso wenig vorstellbar.
Seinen fußballerischen Weg begann der gebürtige Eckernförder beim Eckernförder Männer-Turnverein. Als vergleichsweise später Einsteiger schaffte er dennoch schnell den Sprung in den höherklassigen Fußball. Mitte der 1960er-Jahre wechselte der Stürmer zu Holstein Kiel und spielte mit den „Störchen“ in der Regionalliga Nord, der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse.
Für Holstein Kiel bestritt Manni zwischen 1967 und 1973 insgesamt 140 Punktspiele und erzielte 47 Tore. In der Saison 1968/69 war er mit 14 Treffern erfolgreichster Kieler Torschütze. Seine Schnelligkeit, seine Abschlussstärke und sein unbedingter Wille machten ihn zu einem gefürchteten Angreifer und zu einem wichtigen Bestandteil der Kieler Mannschaft.
Auch im DFB-Pokal hinterließ er seine Spuren. Am 13. Dezember 1970 stand Manni in der Holstein-Elf, die vor rund 10.000 Zuschauern den Bundesligisten VfB Stuttgart sensationell mit 2:1 besiegte. Im anschließenden Achtelfinale gegen den damaligen Bundesligisten Rot-Weiß Oberhausen brachte er die Störche vor 15.000 Zuschauern mit seinem Treffer in der 18. Minute in Führung. Damit stehen für ihn neben seinen Ligaspielen zwei DFB-Pokal-Einsätze und ein Pokaltor zu Buche.
Eine schwere Kreuzband- und Sprunggelenksverletzung setzte seiner höherklassigen Spielerkarriere 1973 ein jähes Ende. Doch ein Fußballer im Ruhestand zu sein, entsprach nicht Mannis Naturell. Nach der Operation kehrte er zunächst zu seinen sportlichen Wurzeln zurück und übernahm seine erste Aufgabe als Trainer.
Bereits 1974 begann dann jenes Kapitel, das untrennbar mit seinem Namen verbunden bleiben wird: Manni wechselte zum Eckernförder SV an den Bystedtredder. Zunächst als Spielertrainer, später als Trainer prägte er die Ligamannschaft nahezu zwei Jahrzehnte. Von 1974 bis 1992 trug er sportliche Verantwortung für die erste Mannschaft; auch danach sprang er wiederholt ein, wenn der Verein ihn brauchte.
In seine lange Amtszeit fielen bedeutende sportliche Erfolge. 1978 gelang dem ESV nach 22 Jahren die Rückkehr in Schleswig-Holsteins höchste Spielklasse. Die Mannschaft wurde nach ihrer Rückkehr mit einem Triumphzug durch Eckernförde gefeiert. Auch die Meisterschaft in der Landesliga Nord im Jahr 1990 und der damit verbundene erneute Aufstieg fielen in die von Manni geprägte Ära. Wer die damaligen Spiele, die Begeisterung am Bystedtredder und die vielen mitgereisten Eckernförder Anhänger erlebt hat, weiß, welchen Stellenwert diese Erfolge für den Verein und die ganze Stadt besaßen.
Doch Manni Medlers Bedeutung für den ESV lässt sich nicht allein an Tabellenständen, Aufstiegen oder Toren messen. Er war Spieler, Spielertrainer und Trainer der Ligamannschaft, arbeitete mit der Reserve und engagierte sich besonders für den Nachwuchs. Er war Technischer und Sportlicher Leiter, Schiedsrichter, Platzwart und Stadionsprecher. Er kümmerte sich um die großen sportlichen Fragen ebenso wie um die vielen kleinen Dinge, die in einem Verein erledigt werden müssen und für die sich nicht immer sofort jemand findet.
Wo Hilfe gebraucht wurde, war Manni zur Stelle. Er zeichnete den Platz ab, führte Gespräche mit Spielern, kümmerte sich um Mannschaften, organisierte Abläufe, leitete Spiele oder ergriff das Stadionmikrofon. Für ihn gab es keine unwichtige Aufgabe, wenn sie dem ESV diente.
Über Jahrzehnte übernahm er auch Verantwortung im Vorstand. Lange Zeit wirkte er als Zweiter Vorsitzender, später zeitweise als Erster Vorsitzender. Die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden war deshalb nicht nur eine Auszeichnung, sondern die folgerichtige Anerkennung eines außergewöhnlichen Lebenswerks. Noch in den Vereinsunterlagen der vergangenen Jahre wurde Manfred Medler als Ehrenvorsitzender des Eckernförder SV geführt.
Manni verstand einen Fußballverein nicht nur als Ort für Training und Wettkampf. Für ihn war der ESV eine Gemeinschaft, in der Menschen füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen und jungen Spielern Werte vermitteln. Fairness, Verlässlichkeit, Zusammenhalt und Respekt waren für ihn keine Schlagworte. Er lebte sie vor – gegenüber den eigenen Spielern ebenso wie gegenüber Gegnern, Schiedsrichtern und Zuschauern.
Sein Einsatz fand weit über die Grenzen Eckernfördes Anerkennung. 2015 erhielt er die Bronzene Schiedsrichter-Ehrennadel. Im Jahr 2022 wurde er mit der Ehrennadel des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in Silber ausgezeichnet. Diese Ehrungen stehen stellvertretend für jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit, die sich kaum vollständig in Urkunden oder Ehrennadeln ausdrücken lässt.
Wie eng seine Verbindung zum Fußball und zum ESV bis zuletzt geblieben war, zeigte sich beim 100-jährigen Vereinsjubiläum im Juni 2023. Obwohl bereits von seiner Erkrankung gezeichnet, schnürte Manni im Alter von 78 Jahren noch einmal seine Fußballschuhe. Gemeinsam mit seinen Söhnen Andreas und Mark stand er gegen die Allstars des Hamburger SV auf dem Platz. Es war ein bewegender Moment: drei Generationen Fußballgeschichte, vereint auf dem Rasen am Bystedtredder.
Dass vor seinem Haus im Eckernförder Norden ein Hinweisschild den Weg zum Bystedtredder zeigte, war weit mehr als eine nette Besonderheit. Es war ein Symbol für sein Leben. Sein Weg führte immer wieder zum ESV – und der Weg des ESV führte über viele Jahrzehnte nicht an Manni Medler vorbei.
Mit Manni verlieren wir einen tadellosen und in ganz Schleswig-Holstein anerkannten Sportsmann, einen leidenschaftlichen Fußballer und einen außergewöhnlichen Vereinsmenschen. Vor allem aber verlieren wir einen geschätzten Freund und Wegbegleiter, dessen unverwechselbare Persönlichkeit uns fehlen wird.
Was Manni für den Eckernförder SV und für den Fußball in unserer Region geleistet hat, lässt sich kaum in Worte fassen. Er hat den Namen unseres Vereins weit über die Stadtgrenzen hinausgetragen. Er hat Mannschaften aufgebaut, Spieler geprägt, jungen Menschen den Weg gezeigt und Verantwortung übernommen, wann immer sie gebraucht wurde.
Seine Spuren bleiben: in den Erinnerungen seiner Mitspieler und Spieler, in den Geschichten vom Bystedtredder, in den Erfolgen des Vereins und in den Menschen, denen er seine Begeisterung für den Fußball weitergegeben hat.
Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten seiner Familie, seinen Angehörigen und allen Menschen, die ihm nahestanden.
Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor Deinem Lebenswerk, lieber Manni.
Der Eckernförder SV wird Dir stets ein ehrendes Andenken bewahren.
𝗥𝘂𝗵𝗲 𝗶𝗻 𝗙𝗿𝗶𝗲𝗱𝗲𝗻, 𝗠𝗮𝗻𝗻𝗶.
𝗙𝘂̈𝗿 𝗶𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝘄𝗮𝗿𝘇 𝘂𝗻𝗱 𝗪𝗲𝗶ß.


























